Trinkwasser – das besondere Nass

Wasserhahn

Der Mensch besteht zu 50 bis 70 Prozent aus Wasser. Da er Wasser immer aktiv ausscheidet, braucht er regelmäßig Nachschub. 2 Liter Wasser mindestens sollte eine erwachsene Person täglich trinken. Aber der Mensch benötigt auch Trinkwasser zum Zubereiten von Speisen und Getränken, zur Körperpflege, für den Abwasch oder um die Wäsche zu waschen. Im Schnitt benötigen wir etwa 120 Liter sauberes Wasser pro Tag und pro Kopf.

Herkunft des Trinkwassers

Das Naturprodukt Trinkwasser wird zu 70 % aus Grund- und Quellwasser gewonnen. 13 % werden aus Seen, Talsperren und Flüssen direkt entnommen. Die übrigen 17 % kommen aus verschiedenen Quellen: Uferfiltration, Oberflächenwasser, Bodenpassage und Meerwasserentsalzung.

Das Trinkwasser in Hürth wird aus Grundwasser gewonnen. Aus sieben Tiefbrunnen unterhalb von Efferen wird das Wasser aus einer Tiefe von 60 m gefördert, aufbereitet und in den Verkehr gebracht. Hürth benötigt zwischen 9 und 15 Millionen Liter täglich. Über 250 Kilometer Rohrleitungen wird das Trinkwasser in ca. 13.500 angeschlossene Haushalte gepumpt.

Gesetzliche Grundlagen

Die Qualität des Trinkwassers bei uns in Deutschland wird durch die Trinkwassergrundverordnung, kurz TrinkwV geregelt. Die erste Fassung in Deutschland trat am 15. Februar 1976 in Kraft. Sie entstand auf der Grundlage des Lebensmittelgesetzes von 1975. Am 01. Januar 2003 wurde die erste Neufassung wirksam. Im letzten Jahr schließlich wurden letzte Änderungen an der Trinkwasserverordnung vorgenommen, die am 01. Januar dieses Jahr in Kraft getreten sind.

In § 1 der Trinkwasserversorgung heißt es:

Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit … zu schützen.

Die Trinkwasserverordnung findet Anwendung auf folgende Bereiche:

  • Trinken, Kochen und Zubereitung von Speisen und Getränken
  • Körperpflege und -reinigung
  • Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (Gläser, Geschirr, Besteck, Töpfe und Pfannen)
  • Reinigung von Gegenständen, die nur vorübergehend in Kontakt mit dem menschlichen Körper kommen (Kleidung und Wäsche)

Die deutsche Trinkwasserverordnung ist die Grundlage dafür, dass das Trinkwasser in Deutschland zu den weltweit besten zählt. Ergänzend zur TrinkwV ist noch die VDI/DVGW 6023 zu nennen. Diese wurde 1999 in ihrer ersten Form vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) veröffentlicht. Die Richtlinie beschreibt das hygienebewusste Planen, Bauen und Betreiben von Trinkwasser-Installationen.

Hygienegerechte Installationen

Als Trinkwasserinstallation oder Hausinstallation wird im Allgemeinen der Teil des Trinkwassernetzes ab dem Hauptwasserzähler eines Gebäudes bis zu den Entnahmearmaturen bezeichnet. Trinkwasser ist in der Regel nicht steril und darf eine bestimmte Konzentration von Bakterien enthalten. Bei nicht sachgemäßem Umgang mit Trinkwasserleitungen und -behältnissen können die Bakterien sich stark vermehren.

Zur Vermehrung dieser pathogenen (Krankheiten verursachenden) Keime, zum Beispiel Legionellen, kann es aus drei verschiedenen Gründen kommen:

  1. Stagnation des Wasser in Hausinstallationen
  2. Temperaturen, die das Wachstum von Bakterien begünstigen
  3. Erhöhter Nährstoffgehalt des Trinkwassers

Zu 1. Stagnation des Wassers in Hausinstallationen:

Wenn das Trinkwasser über einen längeren Zeitraum in den Hausleitungen steht, kann es zu einer Vermehrung von Bakterien und Keimen kommen. Daher sollte, wer z. B. in einem Einfamilienhaus wohnt und über mehrere Tage nicht zuhause war, an allen Wasserentnahmearmaturen in Bad und Küche das Wasser für einige Zeit laufen zu lassen, um sicher zu stellen, dass das ‚gestandene‘ Wasser entfernt und ausgespült wurde. In Mehrfamilienhäusern und Einrichtungen wie Altersheimen z. B. gibt es dafür Spülstationen, die computergesteuert das Wasser spätestens alle 72 Stunden einmal komplett austauschen.

Zu 2. Temperaturen, die das Wachstum von Bakterien begünstigen

Temperaturen zwischen 20° und 55° sind ideal für das vermehrte Wachstum von Bakterien. Deswegen wird unterschieden zwischen Kaltwasser- und Heißwasserzulieferung. Die Kaltwasserzulieferung hat Frischwasser so kalt wie möglich in den Haushalt zu liefern, aber mit einer Maximaltemperatur von 20°. Dies fordert die oben bereits erwähnte DVGW 6023. Ist dies wegen hoher Außentemperaturen nicht zu leisten, muss das Wasser häufiger gespült werden, als die vorgeschriebenen 72 Stunden. Warmes Trinkwasser darf nicht weniger als 55° haben. Dabei dürfen Trinkwasserspeicher nicht als Energiespeicher für Nichttrinkwasserzwecke entfremdet werden. Entsprechend gedämmte Rohrleitungssysteme können die Wasserführung bis zu den Entnahmestellen unterstützen.

Zu 3. Erhöhter Nährstoffgehalt des Trinkwassers

Verschmutzungen auf wasserführenden Oberflächen können dauerhaft zur Steigerung des Nährstoffgehaltes im Trinkwasser führen. Vermieden werden diese durch den Einsatz von nur zugelassenen Bauteilen, deren sachgerechter Lagerung und Schutz vor Verunreinigung vor dem Einbau sowie der fachgerechten Installation vom Hauptwasserzähler bis hin zu den Entnahmearmaturen.

Fazit

Trinkwasser ist ein besonders sensibles Thema in jedem Haushalt. Deswegen fragen Sie den Fachmann, um bei der Trinkwasserinstallation auf der sicheren Seite zu sein. Er sorgt für den einwandfreien Einbau Ihrer Trinkwasserleitungen und Entnahmestationen.

Lassen Sie sich bei uns umfassend dazu beraten.

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